Bove1

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»In jüngerer Zeit kümmert sich der kleine Berliner Verlag diá nachhaltig um das Werk des Franzosen; stolze 21 Titel bietet er als E-Books an. Der Erzählungsband »Geschichte eines Wahnsinnigen«, der 1928 erstmals erschien und sieben von Boves besten Texten vereint, erweist den Autor, den wir gern mit Kafka und Beckett in Verbindung bringen, als exemplarischen Vertreter der Moderne.«
(Manfred Papst in Neue Zürcher Zeitung vom 20. November 2016)
 

Bove-Verbundete-CoverEin Abend bei André Blutel. Roman
Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Thomas Laux
Edition diá, Berlin
7,99 €
ISBN epub: 978-3-86034-568-9
ISBN mobi: 978-3-86034-668-6
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Maxime Corton kommt aus Wien mit dem Zug in der Pariser Gare de l’Est an, findet ein Hotel und zieht bald wieder los für einen Gang durch die Stadt. Der Mann, Ende zwanzig, ist offensichtlich ohne Familie und auch ohne Job. In einer Brasserie lernt er die junge Madeleine kennen, eine Prostituierte. Sie nimmt ihn mit, doch mitten in der Nacht verlässt er sie, weil er allein sein will. Anderntags beschließt er, seinen alten Freund Andé Blutel zu treffen. Dieser hat ohnehin ein paar Freunde zu sich eingeladen. Maxime verspricht sich einiges von dem Treffen, will er doch seinem Leben einen neue Richtung geben.
»Ein Abend bei André Blutel« von 1927 ist, nach »Meine Freunde« und »Armand«, der dritte Roman Boves unter eigenem Namen und womöglich der auffälligste in seinem Gesamtwerk. Der vorliegende Roman sticht heraus aus seinem Werk, weil er sich partout in kein Schema pressen lassen will.

Der Übersetzer
Thomas Laux ist Literaturkritiker und Übersetzer aus dem Französischen. Er lebt in Düsseldorf.
 

BoveAftalionCoverAftalion, Alexandre. Erzählung
Aus dem Französischen von Ursula Dörrenbächer
Edition diá, Berlin
5,99 €
ISBN epub: 978-3-86034-576-4
ISBN mobi: 978-3-86034-676-1
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»Alexandre, ein vagabundierender Intellektueller, ist auf dem Weg von Osteuropa nach Paris. Überall wo er hinkommt, ergreift er Gelegenheiten, sein Ziel ehrgeiziger Pläne zu erreichen, Arzt, Beamter oder Gelehrter zu werden. In Paris nimmt er an gebildeten Diskussionen teil, lernt ein Mädchen kennen, beide finden zueinander, haben einen Sohn, dem Alexandre alle Segnungen eines besseren Lebens angedeihen lassen will. Ein inniges Vater-Sohn-Verhältnis bahnt sich an, aus dem sich die Mutter in schamhafter Unnahbarkeit entfernt. […]
Nicht die Geschichte selbst ist es, die interessiert, den Leser fesselt, ja tief bewegt: Es ist die Art und Weise, wie sie im Kontext von Boves Werk in ihrer poetischen Sprache auftaucht.« (Ludwig Harig in Die Zeit vom 13. April 1990)

»Wenn Sie niemals Emmanuel Bove gelesen haben – beginnen Sie mit ›Aftalion, Alexandre‹!« (Le Monde vom 12. März 1986)

Die Übersetzerin
Ursula Dörrenbächer wurde 1942 in Stettin geboren. Studium der Pädagogik in Heidelberg, der Politischen Wissenschaften, Soziologie, Philosophie und Religionswissenschaften in Berlin. Sie übersetzte u. a. »Saint Genet, Komödiant und Märtyrer« von Jean-Paul Sartre ins Deutsche. Ursula Dörrenbächer starb 2014 in Berlin.
 

BoveAhnungCoverDie Ahnung. Roman
Aus dem Französischen von Thomas Laux
Edition diá, Berlin
5,99 €
ISBN epub: 978-3-86034-703-4
ISBN mobi: 978-3-86034-803-1
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»Ein echter Emmanuel Bove ist ›Die Ahnung‹, einer der kleinen Er-Romane, wie ›Ein Junggeselle‹ oder ›Menschen ohne Masken‹, in denen Bove mit Vorliebe und in satirischer Absicht Selbstbild und Fremdwahrnehmung kontrastiert hat. ›Die Ahnung‹ freilich ist von ernsterem Zuschnitt. Charles Benesteau, ein gutsituierter Anwalt um die fünfzig, beendet von einem Tag auf den anderen seine bürgerliche Existenz, verlässt seinen ›Platz unter den Menschen‹ und zieht in eine Bove'sche Behausung. Bald sieht er sich nicht allein der Verständnislosigkeit seiner Familie, sondern auch dem gestaltlosen Hass seiner neuen Mitbewohner ausgesetzt. Denn die Motive für seinen freiwilligen sozialen Abstieg sind allen unverständlich. Ein feines Kammerstück über den plötzlichen Umschlag der Gefühle und die Genese des Misstrauens: eine Studie in bove.
Dieses kleine Buch brachte ihm hervorragende Kritiken; verkauft wurden freilich nur 500 Exemplare. Als es erschien, gehörte Bove zu den anerkanntesten Schriftstellern Frankreichs.« (Andreas Nentwich in Die Zeit vom 22. März 1996)

»Nichts von dem, was ich von Bove bislang gelesen habe, hat mich so zufriedengestellt wie ›Le pressentiment‹. Bove besitzt die seltene Qualität, als Romancier geboren zu sein.« (Edmond Jaloux in Nouvelles Littéraires vom 16. November 1935)

Der Übersetzer
Thomas Laux
 

BoveArmandArmand. Roman
Aus dem Französischen von Peter Handke
Suhrkamp Verlag, Berlin
9,99 €
ISBN 978-3-518-74155-9
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Armand erscheint zunächst als ein glücklicher Zwillingsbruder jenes Victor Bâton aus »Meine Freunde«, der vergeblich auf der Suche nach anderen Menschen war, mit denen er endlich glücklich sein könnte: Armand hat jemanden gefunden, eine Frau namens Jeanne, die ihn liebt und ihm sogar ein gewisses Wohlleben ermöglicht. Dann aber begegnet ihm eines Tages auf der Straße Lucien, ein Kumpan von früher, aus der Zeit der Armut und der Verlassenheit, und wenig später Marguerite, die Schwester Luciens, und es beginnt die Geschichte eines haarsträubenden Verhängnisses.
 

BoveAussenseiterCoverEin Außenseiter. Roman
Aus dem Französischen von Dirk Hemjeoltmanns
Edition diá, Berlin
7,99 €
ISBN epub: 978-3-86034-574-0
ISBN mobi: 978-3-86034-674-7
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»Ein Außenseiter« liest sich wie ein autobiographischer Text dieses virtuosen Zeichendeuters der französischen Moderne. Augenblicklich taucht man in eine fast kafkaeske Situation ein, die unerklärlich bedrohlich wirkt. Der Ich-Erzähler lebt isoliert in einem Hotelzimmer im Pariser Quartier Latin, seine materiellen Mittel sind begrenzt, aber ihre Herkunft scheint zwielichtig. Es gibt eine merkwürdige, fast mysteriöse Verbindung zu einem Arzt, dem alle Attribute eines Wohltäters anhaften. Ein gemeinsames Essen löst eine plötzliche Katastrophe für den Ich-Erzähler aus. Doch der Leser spürt ein unausgesprochenes Ereignis, eine unerhörte Begebenheit im Hintergrund, die diese Bedrohung erklären muss.

»Handelt es sich um eine Autobiographie (oder so etwas Ähnliches)? Man könnte es meinen bei dem einen oder anderen Tonfall, der einen mitunter rührt. Es geht immer um denselben Helden Boves und immer um dieselbe Geschichte. […] Das ist vielleicht nicht allererste Qualität, aber es ist mehr als jemals sonst Bove’sche Qualität.« (Aus dem Ablehnungsschreiben der Éditions Gallimard, 1939)

Der Übersetzer
Dirk Hemjeoltmanns 1945 in Gotha geboren, Gründer des manholt verlags mit Schwerpunkt französische Literatur (darunter fünf Übersetzungen von Romanen Emmanuel Boves) und Herausgeber der edition manholt im dtv. Zahlreiche Übersetzungen aus dem Französischen. Dirk Hemjeoltmanns starb 2017 in Bremen.
 

BoveBeconBécon-les-Bruyères. Eine Vorstadt
Aus dem Französischen von Peter Handke
Suhrkamp Verlag, Berlin
5,99 €
ISBN 978-3-518-74157-3
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1927, drei Jahre nach »Meine Freunde« und zwei Jahre nach »Armand« erschien Emmanuel Boves Schilderung des Pariser Vorortes Bécon-les-Bruyères – in der Beschreibung und Erfindung sich mischen. Dadurch erreicht Bove nicht nur die Vergegenwärtigung einer Vorstadt von Paris, sondern schafft ein Porträt der Vorstadt schlechthin. Dies gelingt ihm, wie Peter Handke bemerkt, dadurch, dass er den »Duktus der Geschichtsschreibung« nicht auf einen Helden, sondern auf einen Ort anwendet.
 

BoveBegegnungCoverBegegnung und andere Erzählungen
Aus dem Französischen von Thomas Laux
Edition diá, Berlin
7,99 €
ISBN epub: 978-3-86034-707-2
ISBN mobi: 978-3-86034-807-9
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»Begegnung« ist die erste Komplettübersetzung der französischen Ausgabe, in der 1988, unter dem Titel »Monsieur Thorpe«, gesammelte Erzählungen Boves aus verschiedenen Schaffensphasen und aus dem Nachlass veröffentlicht wurden. Und auch in diesen Geschichten bewährt sich Bove als glänzender Psychologe, der mit einem ganz eigenen Humor Verschränkungen und Widersprüche freilegt. Dabei begegnet man überwiegend jungen Männern, die glauben, souverän zu handeln, sich dann aber in geradezu grotesker Weise in den Fallstricken des eigenen Begehrens verheddern. Die Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht zeitigen ein denkwürdiges Kuriosum: das gekonnte Sichhineinversetzen in das Denken des Gegenübers verschafft keinerlei Vorteil. Im Gegenteil: Die vermeintliche Gabe wird zum größten Hindernis …

Die 24 Erzählungen, 16 von ihnen bisher unübersetzt, zeigen erneut Emmanuel Boves berühmte Beobachtungsgabe und seinen »Sinn für das berührende Detail«, wie Samuel Beckett es nannte.

»Im Kleid einer geradezu lapidaren Sprache erschließt sich der hochpoetische Kosmos eines Klassikers der Moderne.« (Ingeborg Waldinger in Neue Zürcher Zeitung vom 5. März 2013)

Der Übersetzer
Thomas Laux
 

BoveColetteCoverColette Salmand. Roman
Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer
Edition diá, Berlin
5,99 €
ISBN epub 978-3-86034-580-1
ISBN mobi 978-3-86034-680-8
eBook.de (Epub ohne DRM)
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1917. Die einundzwanzigjährige Colette, die in Paris lebt, erhält eines Tages einen merkwürdig dringlichen Brief aus Genf: Jacques, ihr Freund, bittet sie, zu ihm in die Schweiz zu kommen. Erst nach monatelangem Zusammenleben gesteht Jacques sein dunkles Geheimnis. Aber Colettes Hingabe und ihre Bereitschaft, den schwermütigen und unberechenbaren jungen Mann vorbehaltlos zu lieben, scheinen unermesslich.
Emmanuel Boves im Nachlass entdeckte Geschichte der sich verzehrenden Liebe zu einem Mörder.

»Dass der Weg dahin so leise wie folgerichtig entworfen ist, so unaufgeregt wie bedrückend, macht die große Faszination dieses Romans aus.« (Tilman Spreckelsen in Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Die Übersetzerin
Barbara Heber-Schärer, geb. 1945, studierte Romanistik und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Seit 1994 Lektorin und Literaturübersetzerin, gelegentlich auch Autorin. Sie übersetzte u. a. Werke von Leslie Kaplan, Paul Ricœur und Michèle Desbordes, zuletzt (zusammen mit Claudia Steinitz) »Der patagonische Hase« von Claude Lanzmann. Barbara Heber-Schärer lebt in Basel.
 

BoveDinahCoverDinah. Roman
Aus dem Französischen von Michaela Ott
Edition diá, Berlin
5,99 €
ISBN epub 978-3-86034-572-6
ISBN mobi 978-3-86034-672-3
eBook.de (Epub ohne DRM)
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Ein vernünftiger Ehrgeiz hat den Architekten Jean Michelez veranlasst, sich als Bauunternehmer selbständig zu machen. Auch in seinem Gefühlsleben schließt er einen Kompromiss: Nachdem er lange Zeit auf das ideale Wesen gewartet hat und immer wieder enttäuscht wurde, zieht er nun jede beliebige Gesellschaft der Einsamkeit vor. Er lebt nach dem Grundsatz, nichts zu geben, ohne etwas zu erhalten – im Beruf wie in der Liebe. Mehr als ungelegen kommt ihm daher eine Bitte seiner Nachbarin Madame Auriol, die nach dem Tod ihres Mannes zurückgezogen und ärmlich in einem Gartenhaus lebt und sich ganz der Pflege ihrer kranken Tochter Dinah hingibt. Den Aufenthalt in der Schweiz, der nach Auskunft des Arztes das einzige Heilmittel für Dinah sein könnte, kann sich Madame Auriol nicht leisten, weshalb sie sich in ihrer Not an Michelez wendet. Dieser weigert sich zunächst, ihr zu helfen. Erst als es zu spät ist, gewinnt seine wahre Natur die Oberhand.

»›Dinah‹ entpuppt sich als literarisches Kleinod.« (Jürg Altwegg in Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Die Übersetzerin
Michaela Ott ist Professorin für Ästhetische Theorien an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, ihre Forschungsschwerpunkte sind u. a. poststrukturalistische Philosophie, Ästhetik und Politik sowie Ästhetik des Films. Zuletzt erschien (gemeinsam mit Hanne Loreck) »Ästhetiken der Wiederholung« (Hamburg 2014).
 

BoveEinstellungCoverEinstellung des Verfahrens. Roman
Aus dem Französischen von Thomas Laux
Edition diá, Berlin
7,99 €
ISBN epub: 978-3-86034-705-8
ISBN mobi: 978-3-86034-805-5
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»Flucht in der Nacht« und »Einstellung des Verfahrens« sind so etwas wie das literarische Vermächtnis von Emmanuel Bove, abgefasst zwischen 1942 und 1944 im Exil in Algier. Die beiden Romane schließen inhaltlich aneinander an, und beide spielen vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs: Der Ich-Erzähler aus »Flucht in der Nacht« bricht mit einem Dutzend Kameraden aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager aus und schlägt sich, zuletzt nur noch mit einem Gefährten, bis nach Frankreich durch. Doch auch nach seiner Rückkehr ins besetzte Paris, an den Hauptschauplatz von »Einstellung des Verfahrens«, kommt der Bove’sche Antiheld nicht zur Ruhe. Seine persönliche Tragödie wird zur Groteske: Hin und her gerissen zwischen heroischen Anwandlungen und Paranoia, dem Wunsch nach Einsamkeit und der Unfähigkeit dazu, lähmender Entschlusslosigkeit und panischer Aktivität, Hilflosigkeit und maßlosen Ansprüchen, ist er mit seinem Drang nach Freiheit und Sicherheit – obwohl ihm die Flucht nach Spanien gelingt – letztlich zum Scheitern verurteilt.
Emmanuel Bove, für seine gleichsam chirurgische stilistische Präzision von der Kritik hoch gerühmt, schildert diesen menschlichen Niedergang ungeschönt subjektiv als ein Scheitern nicht nur an der Welt, sondern vor allem an sich selbst.

»Boves Figuren sind Sonderlinge. Sie träumen davon, unentdeckt zu bleiben und doch verstanden zu werden.« (Ralf Konersmann in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28. Mai 1996)

Der Übersetzer
Thomas Laux
 

BoveFalleDie Falle. Roman
Aus dem Französischen von Bernd Schwibs
Suhrkamp Verlag, Berlin
6,99 €
ISBN  978-3-518-74158-0
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Während der Jahre der Besetzung und des Vichy-Regimes in Frankreich gerät der Gaullist und Widerständler Joseph Bridet, ein wenig erfolgreicher Journalist, der mit Hilfe seiner Freunde in Vichy zu de Gaulle nach London gelangen will, aus ungeklärten Gründen in die Fänge der Kollaborationsbürokratie. Auch die fluchtartige Rückkehr nach Paris rettet ihn nicht, er wird verhaftet und in ein Internierungslager eingewiesen, aus dem heraus die Deutschen Geiseln für ihre »Vergeltungsmaßnahmen« abtransportieren. Die Falle schnappt zu.
 

BoveFluchtCover1Flucht. Erzählung
Aus dem Französischen von Martin Hennig
Edition diá, Berlin
5,99 €
ISBN epub: 978-3-86034-570-2
ISBN mobi: 978-3-86034-670-9
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»Ein Hauch von Wahnsinn umgab sie. Ihre weitgeöffneten Augen glänzten. Ihre vernachlässigte Kleidung, die Flecken auf ihrem Rock, der Staub auf den Schuhen und ihre müden Gesichtszüge – all das vermochte ihre kindliche Frische und Unbekümmertheit gleichwohl nicht zu verbergen. Wenn sie sich auch als munteres Dämchen gab, so lag in ihrem glühenden Blick etwas Reines und Ungezähmtes …«
»Flucht« erschien im Oktober 1928 in einer Auflage von nur 300 Exemplaren, mit einer Originallithographie von Alexander Alexejew als Frontispiz. In seinem Vorwort zur Neuausgabe 1984 schrieb Raymound Cousse: »Die jugendliche Heldin ist von zu Hause ausgerissen. Mehrere Leute begeben sich auf die Suche. Zum einen sieht man die Erwachsenen, ihr Verhalten und ihre widerlichen Motive; zum anderen sind da die Arglosigkeit des Mädchens, seine Selbstsuche und erfundenen Geschichten, die so entwaffnend sind. Ein Kampf zwischen Plumpheit und Anmut.«

»Es sind immer die scheinbar unbedeutenden Ereignisse, die die Katastrophen auslösen.« (Emmanuel Bove)

Der Übersetzer
Martin Hennig, geboren 1951 in Basel, war Drehbuchautor, Regisseur und arbeitete als Dramaturg für verschiedene Fernsehsender. Er lebt heute als freier Autor und Dramaturg für Film und Theater in Zürich.
Zuletzt erschienene literarische Veröffentlichungen: »Teufel, Mestre und Madonna« (Novelle, 2016) und »Logans Party« (Roman, 2012), beide im Spiegelberg Verlag, Zürich.
 

BoveFluchtNachtCoverFlucht in der Nacht. Roman
Aus dem Französischen von Thomas Laux
Edition diá, Berlin
5,99 €
ISBN epub: 978-3-86034-704-1
ISBN mobi: 978-3-86034-804-8
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»Flucht in der Nacht« und »Einstellung des Verfahrens« sind so etwas wie das literarische Vermächtnis von Emmanuel Bove, abgefasst zwischen 1942 und 1944 im Exil in Algier. Die beiden Romane schließen inhaltlich aneinander an, und beide spielen vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs: Der Ich-Erzähler aus »Flucht in der Nacht« bricht mit einem Dutzend Kameraden aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager aus und schlägt sich, zuletzt nur noch mit einem Gefährten, bis nach Frankreich durch. Doch auch nach seiner Rückkehr ins besetzte Paris, an den Hauptschauplatz von »Einstellung des Verfahrens«, kommt der Bove’sche Antiheld nicht zur Ruhe. Seine persönliche Tragödie wird zur Groteske: Hin und her gerissen zwischen heroischen Anwandlungen und Paranoia, dem Wunsch nach Einsamkeit und der Unfähigkeit dazu, lähmender Entschlusslosigkeit und panischer Aktivität, Hilflosigkeit und maßlosen Ansprüchen, ist er mit seinem Drang nach Freiheit und Sicherheit – obwohl ihm die Flucht nach Spanien gelingt – letztlich zum Scheitern verurteilt.
Emmanuel Bove, für seine gleichsam chirurgische stilistische Präzision von der Kritik hoch gerühmt, schildert diesen menschlichen Niedergang ungeschönt subjektiv als ein Scheitern nicht nur an der Welt, sondern vor allem an sich selbst.

»Ich weiß: das Wort ›groß‹ ist einem Schriftsteller sehr selten angemessen und oft schon gar nicht den sogenannten ›großen‹ Schriftstellern. Aber Bove ist groß.« (Peter Handke am 10. Januar 1994)

Der Übersetzer
Thomas Laux
 

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